Der Riss

DerRiss_Jelena Dabic
Der Riss

AUFFÜHRUNGEN

5. Oktober 2017, 20 Uhr Premiere

7. Oktober 2017, 19 Uhr und 21 Uhr

Tiefbunker Steintorwall am Hauptbahnhof

in Kooperation mit Hamburger Unterwelten

BESETZUNG

Komposition, Künstlerische und organisatorische projektleitung: Jelena Dabić
Libretto: Micaela von Marcard
Musikalische Leitung: Aleksandra Łaptaś
Regie: Vendula Nováková
Bühne und Kostüme: Nora Husmann
Video: David Schulz
Elektronik: Jacob Sello

Mutter – Sopran: Pia Salome Bohnert
Nachbarin – Mezzosopran: Vera Alkemade
Journalistin – Alt: Pauline Jacob
Schlepper – Tenor: Masanori Hatsuse
Großvater- Baritone: Felix Heuser
Sohn – Baritone: Immanuel Klein

Violine: Maurice Pascal Mustatea
Saxophon: Vlatko Kučan
Schlagzeug: Lin Chen
Kontrabass: Tair Turganov

Technische Realisation: Hochschule für Angewandte Wissenschaften
Leitung: René Reile, Svenja Bestek
Daniel Tekieli, Simon Sheiger, Jan Petersen, Adrian Limmroth, Swaantje Hoffmann, Frederik Gutbrod, Hanna Handford, Max Kuhlmann, Dennis Brauer, Alexander Grill, Leonie Krüger, Malwine Mangold-Volk, Fenja Höbling

ÜBER DAS STÜCK

„Für dieses Projekt möchte ich ein Werk schaffen, das in einem realen, wie vom Libretto vorgesehenen Raum spielt, nämlich in einem Bunker, der mitten im zweiten Weltkrieg zwischen 1941 und 1944 für durchreisende Gäste unter dem Hauptbahnhof erbaut wurde. Über das Site-specific des Projektes möchte ich den Zuschauern ein direktes Erlebnis ermöglichen. Das Musiktheater spielt in einem ungewöhnlichen Raum, der keine Bühne ist, sondern Schauplatz eines wirklichen Geschehens. Es passiert wirklich – gestern, hier und heute und wahrscheinlich morgen auch“. - Jelena Dabić
Die Menschen sind in einen Bunker geflüchtet. Dort leben sie seit geraumer Zeit, sie lachen, sie streiten, sie essen, sie tanzen, sie saufen und wenn draußen die Flugzeuggeschwader im Anflug sind, die Bomben fallen, überfällt sie die Angst. Denn draußen herrscht Krieg. Während auf der Straße gestorben wird, versuchen die, die unter der Erde sich in vermeintliche Sicherheit gebracht haben, eine Art Normalität aufrechtzuerhalten. Doch liegt Hysterie in der Luft, die Harmonie zwischen den Menschen ist brüchig, kleine Streitigkeiten eskalieren. Sie alle leben ein Leben auf Abruf. In Jelena Dabićs Musik für einen Bunker auf ein Libretto von Micaela von Marcard verarbeitet die Komponistin eigene Erlebnisse aus ihrer Kindheit und Jugend in ihrer serbischen Heimat. Ein Kontrapunkt zwischen Zeiten, Klängen, Welten und Kulturen reflektiert ihre Musik für den „Riss“. Sprechgesang wird mit virtuosen Koloraturen aber auch mit pop-artigem Singen kombiniert, basierend auf Volksmusikalischen Elementen als Rohmaterial – wahrhaftig und grotesk zugleich. Die Inszenierung der Regisseurin Vendula Nováková, nutzt die Gegebenheiten des Tiefbunkers am Hauptbahnhof. Die Animation von David Schulz eröffnet eine neue Ebene. Es geht hinab in den Untergrund, in seine gespenstischen Gänge, in die fensterlosen Schlafsäle mit ihren Etagen-Feldbetten, die Essensausgabe, die Waschräume und tristen Wartesaal-ähnlichen Aufenthaltsräumen. Die Zuschauer folgen den Protagonisten auf ihren Alltagsstationen ins Chaos, werden Teil des Geschehens und beobachten es doch aus der Distanz.
mit freundlicher Unterstützung
Kulturbehörde Hamburg, Hamburgische Kulturstiftung, Körber-Stiftung, Alfred-Toepfer-Stiftung und Forberg-Schneider-Stiftung